HSG goes Kolding (Dänemark)


Nach fast 10 Jahren geht die HSG wieder auf Torjagd in einem internationalen Turnier und kommt zum Erstaunen aller Mitgereisten sogar zu einem Endspiel. Aber der Reihe nach.


Wer an Kolding denkt, denk automatisch an Handball. Denn der Kolding IF spielt nicht nur in der höchsten Spielklasse Dänemarks sondern auch regelmäßig um dänische Meisterschaften. In Kolding ist Handball ein wahrer Volkssport, wo sonst findet man einen Hallenkomplex mit 6! Hallenplätzen unter einem Dach? Der Kolding Kempa Cup ist inzwischen eine Tradition in der Stadt. Die Tribünen für gut 2500 Zuschauer sind zu den Finalspielen fast immer randvoll besetzt und die Stimmung in diesen Spielen ist überwältigend. Mannschaften aus Dänemark, Holland, Deutschland, Schweden und der Schweiz nahmen dieses Jahr an dem Turnier teil, inklusive der HSG mit den Mannschaften mjA, mjB und wjA. Letztes Jahr hießen die gewinnenden Mannschaften SC Magdeburg, Kolding IF und Skjern Handbold. Alle samt große Namen im Handballsport.

wjA:
Die Trainerinnen Chrissi und Prissi coachten die Mädels in Kolding, Unterstützung erhielt das Trainiertem von Sabbi. Bei der weiblichen A-Jugend gab es insgesamt 10 Mannschaften die in 2 Gruppen unterteilt wurden. Unsere Mädels konnten das erste Spiel gegen die Holländer HSC '90 mit 15:14 gewinnen und starteten sehr gut in die Gruppenphase. Das zweite Spiel verloren die Mädels gegen das deutsche Team SG Bretzenheim mit 16:14. Im dritten Spiel konnte man SV Fehmarn mit 10:15 besiegen, leider unterlag man HV Savosa unglücklich mit 18:19 im letzten Spiel und verpasste so nur knapp das Viertelfinale. Am Sonntag verloren die Mädels das erste Spiel im Semi-Final um Platz 5 mit 15:13 gegen HSG Goldstein/Schwanheim und der HCV '90 reiste leider nach ihrer Pleite im ersten semi-Final ab, sodass die Mädels 7ter wurden. Für die Mädels eine tolle Erfahrung, trotz dem knappen Verpassen des Viertelfinales.

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mjA:
Die mjA gecoacht von Fele und unterstützt von Kai und Tim starteten mit einer knappen Niederlage gegen die TSG Eddersheim (19:18) die mit ihrem A-Jugend Team in der Oberliga letzte Saison spielten. Die anderen Spiele gegen Assens HK (Dänemark) 13:15 und SV Fehrmarn (Deutschland) 22:6 konnten beide gewonnen werden und das Team stand im Viertelfinale.


Für die Jungs war es bewusst, 2 Siege und man Stand im Finale des Kolding-Kempa-Cups. Hier Traf man am nächsten Tag auf die SG Schoenberg/Friese eine körperlich starke Mannschaft, die die Gruppe C souverän gewinnen konnte. Die Uhrzeit – 9:30 Uhr – hinderte die Jungs nicht gegen die körperlich und spielerisch starke SG alles in die Waagschale zu werfen und man gewann überragend (das Wort trifft genau so zu) durch eine perfekte Mannschaftsleistung 19:16 in dem sich jeder Spieler mit genialen Paraden oder super Aktionen in dem Angriff, aber vor allem in der Abwehr auszeichnen konnte.


Wir waren im Halbfinale! Der Gegner wieder die TSG Eddersheim spielerisch und körperlich extrem stark. Auch menschlich verstanden unsere Jungs sich super mit der TSG Eddersheim somit im Vorfeld klar wurde, einer der beiden Sympathischen Mannschaften erreicht das Finale, gegen den Holding IF, der sich im Halbfinale gegen den TV Altenstadt (Bezirk Stauferland) durchsetzen konnte.
Die Jungs waren bereit das Spiel anzunehmen trotz den Ausfällen von Jannik, Jakob und Steffen. Zumindest Jannik und Jakob konnten in dem Spiel bedingt eingesetzt werden. Der Ausfall der beiden war ein herber Verlust sodass die HSG in Minute 7:3 zurücklag. Aber anstatt aufzugeben stachelten sich die Jungs an und man konnte bis zur Halbzeit dank einer guten Abwehr und einem Überragenden David im Tor zum 7:7 ausgleichen. Die HSG machte weiter Druck und verschaffte sich durch etliche Gegenstöße ein 4 Tore Polster. Die Sensation war zum Greifen nah. Durch eine offene Manndeckung und den Kräfteverschleiß vergaben die Jungs freie Würfe und die rechte Seite der TSG drehte auf und konnten in den letzten 3 Minuten 4 Tore – mit dem Schlusspfiff – aufholen!


Es folgte das 7-Meter werfen mit dem psychischen Nachteil das Spiel in letzter Sekunde „abgegeben“ zu haben. Doch auch davon liesen sich die Jungs nicht verunsichern und Tim S., Leo, Niklas und Julius konnten die ersten vier Sieben Meter souverän verwandeln. David entschärfte Siebenmeter 4 der TSG und Jannik hatte den Sieg in seinen Händen. Trotz Psychotricks des gegnerischen Trainer – er stellte einen Feldspieler ins Tor, was wiederum der Schiedsrichter unterband (Jannik stand ca. 1 Minute an der 7-Meter Linie) – traf er nach einmal täuschen gezielt unten im linken Eck. Die Emotionen nach dem Siegtor waren nicht zu beschrieben und alle mussten sich 3-mal die Augen reiben um zu realisieren die HSG steht im Finale um 19:15 Uhr gegen den Kolding IF (letztes Jahr hies das Finale Magdeburg gegen Kolding).


Nach der verdienten Dusche, dem Mittagessen und einem Zwischenstopp bei der mjB (in einer anderen Halle) machten sich die Finalisten auf in die Halle nach Kolding um das Finalspiel zu bestreiten. Spätestens jetzt wurde es allen klar, wir laufen vor 1000 Zuschauern mit „unserer“ der deutschen Fahne ein und spielen im Finale, im Main-Event des Abends. Natürlich war allen bewusst, der Gegner ist Übermächtig, aber die Jungs wollten alles geben um die HSG bestmöglich zu präsentieren. Immerhin wir waren die einzige männliche deutsche Finalmannschaft!


Jakob Hug kurz vor dem Finale: „Unglaublich! Hier spielen Amsterdam, Kolding und die HSG…“. Der Einlauf hinter „unserer“ Fahne war nicht nur ein Gänsehautmoment für die Spieler auch die Trainer genossen jede Sekunde. HSG-Pulli aus, Mannschaftskreis und jeder spürte, wir haben alle Bock! Zwar zeigte Kolding uns schnell die Grenzen auf und schlossen bereits im fünften angriff per wunderschönen Kempa ab. Aber die Jungs liesen sich nicht unterkriegen und durch viele klasse Paraden und einigen schön herausgespielten Toren, wurden die Jungs gefeiert.


Am Ende stand 21:11 auf der Anzeigetafel und jeder freute sich über den zweiten Platz. Im Anschluss war noch die Siegerehrung, in der die Jungs die Silbermedaille von Magnus Landin (Brunder von Niklas Landin und Nationalspieler Dänemarks) überreicht bekamen.

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mjB:
Die mjB wurde als Württembergliga-Team der vergangenen Saison in der stärkeren A-Klasse gemeldet, da aufgrund zahlreicher Anmeldungen zum Turnier zwei Leistungsklassen gebildet wurden. Mit Abstand war die mjB-Klasse A die am stärksten besetzte Altersklasse beim Kolding-Kempa-Cup. Dort versammelten sich reihenweise Teams aus höherklassigen Ligen. Die Ausgangssituation war für Spieler und das Trainerteam um Vicky, Luk und Mannschaftsbetreuer Pat schwer.


Bereits im ersten Spiel am frühen Samstagmorgen trafen die Jungs auf die schwedische Mannschaft Spanga HK. Die Schweden, die am Ende im Viertelfinale ausscheiden sollten, stellten sich spielerisch sowie körperlich als schwerer Brocken heraus. Dennoch spielten die Jungs um Nico Hofmann in den ersten 15 Minuten auf Augenhöhe. Der breitere Kader und die stärkeren Individualisten bereiteten den Schweden in der zweiten Halbzeit letztendlich den Sieg. Im Vergleich zur gezeigten Leistung fiel die 9:14 Niederlage für die Schwarz-Gelben jedoch deutlich zu hoch aus.


Im zweiten Spiel wartete mit der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg ein ausgemachter Turnierfavorit auf die HSG. Nach gutem Beginn, bei dem die Jungs nur 3 Gegentore in zehn Minuten zuließen (2:3), mussten sie leider abreißen lassen. Aufgrund der extrem hohen Spielstärke und der sehr passiven HSG-Abwehr, die sichtlich beeindruckt war, konnten sich die Landsmänner Tor um Tor absetzen. Zwischenzeitlich führte die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg mit acht Toren (10:2). In der Halbzeitansprache zeigte das Trainerteam den Jungs auf, dass der Gegner nicht übermenschlich ist. Im zweiten Spielabschnitt agierten die Jungs mutiger und konnten durch teilweise schön herausgespielte Treffer Tor um Tor verkürzen. Jetzt machte sich die Erfahrung der vergangenen Württembergliga-Saison bemerkbar, in der man es häufig mit stärkeren Gegnern zu tun hatte. Die Spielzeit reichte leider jedoch nicht aus um noch das Wunder zu schaffen und so ging am Ende das deutsch-deutsche Duell knapp mit 10:13 verloren.


Das letzte Spiel am Samstag bestritt die HSG B-Jugend gegen das dänische Team SINE Handbold. Die ganze Partie über agierte die HSG auf Augenhöhe. Immer wieder scheiterten die Jungs an dem bärenstarken dänischen Keeper, der mit guten 1,90 auch locker hätte A-Jugend spielen können. In der zweiten Hälfte merkte man den Spielern zusätzlich die Müdigkeit an, die der lange Turniertag und die anstrengende Busfahrt hinterlassen hatten. Am Ende ging auch das dritte Gruppenspiel gegen einen ebenbürtigen Gegner, aufgrund der schlechten Chancenverwertung unnötig mit 9:11 verloren.

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Somit stand für die Mannschaft nach der Gruppenphase, trotz teilweise guter Leistungen, leider nur der ungeliebte vierte und damit letzte Platz zu buche.


Am zweiten Tag wollten die Jungs alles geben um noch die bestmögliche Platzierung rauszuholen. Platz 10 war das erklärte Ziel. Im ersten Platzierungsspiel hatte die HSG die Reserve des Turnierfavoriten Kolding IF vor der Brust. Gegen die großgewachsene Mannschaft zeigten die Jungs die beste Turnierleistung. Der Schlüssel zum Erfolg lag darin viele einfachen Tore über Tempogegenstöße durch Nico Beimert und Basti Wittek zu erzielen, um gegen die körperlich überlegenen Dänen nicht in den Positionsangriff gezwungen zu werden. Aus der zweiten Welle trafen Kai Pössenecker und Elia Hafner nach Belieben und setzten die Vorgaben der Trainer damit voll um. Somit gewannen die Jungs die Partie, die bis zur Halbzeit offen war, am Ende völlig verdient mit 15:10.


Mit diesem Sieg war den Jungs Platz 11 nicht mehr zu nehmen, doch gegen den HV BFC Beek aus den Niederlanden sollte im letzten Spiel des Turniers unbedingt der zehnte Platz her. Hoch motiviert gingen die Schwarz-Gelben in das entscheidende Spiel. Durch sehenswerte Treffer von Chris Luz vom Kreis und einiger guter Paraden von Fabi Gnatzig hatte die HSG die Partie schnell im Griff. Gegen die sehr aggressive und gut agierende HSG-Deckung fiel den Holländern kaum etwas ein. Nico Hofmann führte die Jungs somit gelassen zu einem ungefährdeten 14:7 Sieg. Die Mannshaft konnte sich somit am Ende über einen guten 10. Platz freuen. Hätten die Jungs bereits am Samstag den Handball des zweiten Tags auf die Platte gebracht wäre vielleicht der ein oder andere Platz mehr drin gewesen. Doch im Vordergrund stand definitiv der Spaß und den hatten die Jungs mit Sicherheit!


Für die mJB der HSG waren im Einsatz: Fabian Gnatzig, Nico Hofmann, Nico Beimert, Basti Wittek, Kai Pössenecker, Chrstian Luz, Mika Siegels, Felix Junginger, Felix Neubauer, Felix Reinhard, Elia Hafner und Louis Neff.

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Für alle Teams ein tolles Erlebnis und einen herzlichen Dank an alle die dieses „Projekt“ unterstütz haben. Auch in den folgenden Jahren möchte die HSG an so einem Turnier teilnehmen, an welchem und in welchem Jahr steht noch nicht fest.


Tim Hoga / Patrick Richardon // 21.04.2017

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