Unnötige Niederlage in letzter Sekunde

Die HSG Oberkochen/Königsbronn verliert nach schwachen 60 Minuten ihr Heimspiel gegen die TS Göppingen mit 22:23.

Die ersten Minuten der Partie gehörten den Hausherren der HSG. Zweimal Ludwig und Hoga verwandelten ihre Würfe sicher und brachten ihre Farben mit 3:1 gegen den „unerfahrenen Torhüter“ in Front. Das Göppinger Tor hütete nämlich über das ganze Spiel Manuel Skutta, der eigentlich im linken Rückraum spielt, auf Grund der fehlenden Torhüter gezwungenermaßen aber ins Tor der Gäste musste.

Doch nach wenigen Minuten hatten sich auch die Göppinger akklimatisiert und fanden ein ums andere Mal eine Lücke in der noch unsortierten Hintermannschaft der Schwarz-Gelben. Einträchtig ging es bis zum 6:6 nach knapp 20 Minuten. Dann folgte die stärkste Phase der Hausherren. Rückkehrer Lumpp und Jakob Hug erzielten nach schnellen Ballgewinnen binnen 68 Sekunden drei Tore und stellten auf 9:6. Benjamin Hug und Rosca erhöhten sogar noch auf 11:7 nach 27 gespielten Minuten. In Unterzahl stellte sich die HSG dann in der Abwehr wieder stümperhaft an und kassierte bis zum Halbzeitpfiff noch den 12:10-Anschlusstreffer.

Nach der Halbzeit ließen die Gastgeber weiterhin die Grundtugenden vermissen. In der Abwehr fehlte der nötige Biss und im Angriff spielte die Mannschaft phasenweise pomadig. Die logische Konsequenz war, dass die Gäste aus Göppingen nach 37 Minuten zum 14.14-Ausgleich kamen. In der Folge brachte die weiterhin nachlässige Abwehrarbeit der HSG unnötige Zeitstrafen ein. Die TS wusste die Überzahlsituationen zu nutzen, um mit 15:17 in Führung zu gehen. Doch die Schwarz-Gelben waren bemüht im Spiel zu bleiben. Allen voran Kai Lumpp erzielte immer wieder wichtige Tore aus der zweiten Welle, so auch zum 19:19 Ausgleich knapp 8 Minuten vor Ende.

In der Folgezeit scheiterten Schmied & Co. jedoch viel zu häufig aus besten Positionen am Göppinger Feldspieler im Tor. Daraus ergab sich die erste Göppinger 3-Tore-Führung knapp 3 Minuten vor Abpfiff (19:22), weil sich die HSG auch in der Defensive eklatante Fehler leistete.

Durch eine offensivere Deckung und zwei schnelle Ballgewinne sollte Lumpp dann mit seinem 21:22-Anschlusstreffer 52 Sekunden vor Abpfiff eine äußerst hektische Schlussminute einläuten. Die Göppinger verloren im folgenden Angriff den Ball, doch die Schwarz-Gelben wussten diesen Ballgewinn durch einen unvorbereiteten Abschluss nicht für sich zu nutzen. Dann nahm der Göppinger Trainer unverständlicherweise 13 Sekunden vor Ende die letzte Auszeit des Spiels. Daraufhin hatte die HSG nochmals die Möglichkeit alle schnellen Spieler aufs Feld zu bringen, um die Göppinger in Überzahl und in der offenen Manndeckung zu einem Ballverlust zu zwingen. Tatsächlich eroberte Richardon in der gegnerischen Hälfte nochmals den Ball und Hoga wusste diesen sicher im Göppinger Tor unterzubringen. Doch die Gäste führten das fällige Anspiel blitzschnell aus und trafen ihrerseits mit der Schlusssirene zum 22:23.

Das bittere „Gschmäckle“ an der Sache: Der Göppinger Spieler leistete sich beim Siegtor sage und schreibe drei technische Fehler. Der für diese Liga untypischerweise allein leitende Referee, der über die komplette Spielzeit überfordert wirkte, übersah dies und ließ den Treffer zählen. Dennoch muss sich die Bjelic-Truppe selbst vorwerfen, dass sie in 60 Minuten gegen eine mäßige Abwehr und einen Feldspieler im Tor nicht schon längst das Spiel entschieden hatte. Nach dieser Vorstellung wäre ein Punkt für die HSG auch nicht gerecht gewesen. Damit macht die HSG selbst den Abstiegskampf wieder spannend und sollte zwingend noch ein paar Punkte holen, um sich am Ende nicht sang- und klanglos aus der Bezirksliga zu verabschieden.

HSG Oberkochen/Königsbronn 22:23 TS Göppingen

HSG: Ehresmann, Imerese; Lumpp(6), Richardon, Siegels(1), Hoga(2), Rube, Jakob Hug(2), Benjamin Hug(5/1), Ludwig(2), Rosca(3), Engel, Schoen, Schmied(1)

7-Meter: HSG: 1/1 TS: 7/5

2-Minuten-Strafen: HSG: 7 Rosca, Richardon, Rube, J. Hug, Schoen, Schmied 2 TS: 6

Schiedsrichter: Tschente (TV Brenz)

Zuschauer: 120

Patrick Richardon

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