Spannendes Derby findet keinen Sieger

Die HSG Oberkochen/Königsbronn verpasst beim Tabellenvierten TV Brenz den ersten Auswärtssieg der Saison denkbar knapp. In einer spannenden, wenn auch nicht hochklassigen Partie, waren die Hausherren in der ersten Halbzeit stärker. Im zweiten Durchgang dominierte die HSG und vergab mit der letzten Aktion die Möglichkeit zum Sieg. Am Ende des kämpften Spiels stand ein leistungsgerechtes 20:20 Unentschieden zu Buche.

Zunächst startete der TV Brenz besser in die Begegnung. Späth nutzte zweimal die Unordnung in der anfangs noch unsortierten HSG-Deckung zur 2:0 Führung. Doch mit zunehmender Spielzeit kamen auch die Blau-Gelben besser in die Partie. Richardon und Ludwig stellten nach gut fünf Minuten den Ausgleich wieder her. In der Folge entwickelte sich eine enge Partie, bei der sich keine Mannschaft wirklich absetzen konnte. Beide Abwehrreihen dominierten und die Teams taten sich im Angriff entsprechend schwer. Als etwa zehn Minuten gespielt waren, leuchteten gerade einmal vier Tore für jede Mannschaft auf der Anzeigetafel auf.  

Dann wurden nach einer guten Viertelstunde die Hausherren etwas stärker und setzten sich durch Späth und Pflanz auf zwei Treffer ab (7:5). Doch Youngster Kai Pössenecker und Jakob Hug hielten für die Gäste dagegen (8:8). In der Folgezeit bekam dann die Abwehrreihe um HSG-Kapitän Schmied die Brenzer Routiniers Mäck und Röhm nicht wirklich in den Griff. Entweder setzte Mäck seine Nebenleute gut in Szene oder war selbst erfolgreich. Im Angriff agierte die Hoga-Truppe wieder zu fehlerhaft und ließ beste Wurfchancen ungenutzt. Deshalb gelangen Schmied & Co. bis zur Halbzeit nur noch zwei Treffer. So vergrößerte Brenz den Vorsprung bis zur Halbzeit nach und nach auf vier Treffer (14:10).

Nach der Pause war direkt wieder Mäck für die Gastgeber zur Stelle (15:10). Doch dann sollte sich die Abwehrumstellung von HSG.Coach Hoga nach der Halbzeit bemerkbar machen. Die Brenzer kamen gegen die nun sehr starke Defensive der Gäste nur noch selten zu guten Tormöglichkeiten. Im Kasten der Blau-Gelben lief Stanke zur Hochform auf und zeigte tolle Paraden, wenn er gefordert war. Für knapp eine Viertelstunde vernagelte Stanke buchstäblich das HSG-Tor und blieb ohne Gegentreffer. In der Offensive sorgten der agile Hug und Routinier Trittler mit sicher verwandelten 7-Metern dafür, dass die HSG den Fünf-Tore-Rückstand sukzessive aufholen konnte.

Zehn Minuten vor Schluss war es wieder der quirlige Hug, der erneut den Ausgleich herstellte (16:16). Dies läutete die spannende Schlussphase ein, in der die Emotionen hin und herwogten. Zunächst kassierte der Brenzer Mittespieler Rettenberger sechs Minuten vor Schluss nach einem Foul an Beimert und anschließender Diskussion mit den Unparteiischen eine doppelte Zeitstrafe und sah die Rote Karte. Den fälligen 7-Meter verwandelte Trittler gewohnt sicher und brachte die HSG zum ersten Mal seit der Anfangsphase wieder in Front (17:18). Dann erwies Rube im folgenden Angriff seiner Mannschaft einen Bärendienst, indem er eine unnötige Zeitstrafe wegen Reklamierens kassierte. Damit war der numerische Vorteil wegen der vierminütigen Zeitstrafe gegen den TV Brenz für die HSG dahin. Daraufhin gab sich Mäck vom 7-Meterstrich keine Blöße und stellte wieder den Ausgleich her (18:18). Doch Beimert wusste den Platz auf dem Spielfeld im fünf gegen fünf hervorragend zu nutzen. Zuerst setzte er sich selbst stark durch, im folgenden Angriff konnte er nur durch ein Foul gestoppt werden. Trittler verwandelte daraufhin auch seinen sechsten Strafwurf und brachte die HSG vier Minuten vor Abpfiff erstmals mit zwei Treffern in Front. Aber wieder hatte der TV Brenz in Person von Späth die richtige Antwort (19:20). Dann sorgten drei schwache Angriffe der Blau-Gelben dafür, dass die Spannung ihren Höhepunkt erreichen sollte. Statt den Auswärtssieg einzutüten, sorgte der Brenzer Alleinunterhalter Mäck für den erneuten Ausgleich (20:20). Der HSG blieben aber noch etwa 30 Sekunden und Hoga legte nochmals eine Auszeit, um den entscheidenden Spielzug anzusagen. Doch der Brenzer Torhüter verwehrte der HSG den Sieg, indem er den letzten Unterarmwurf von Trittler aus dem Rückraum stark parierte.

Am Ende trennen sich die Teams leistungsgerecht 20.20 unentschieden. Nach einer schwachen ersten Halbzeit, wurde die HSG in der zweiten Halbzeit stärker. Insbesondre durch eine engagierte Abwehrleistung und einen kämpferischen Auftritt hat sich die Hoga-Truppe den Punkt definitiv verdient. Unnötige Zeitstrafen und die offenkundigen Schwächen im Angriffsspiel standen dem Sieg im Weg und hätten beinahe auch noch den Punkt gekostet. Diese Fehler gilt es bereits kommendes Wochenende im Heimspiel gegen Spitzenreiter TV Jahn Göppingen (Sa., 20 Uhr, Herwarsteinhalle) abzustellen, damit die Blau-Gelben überhaupt eine Chance gegen das Topteam haben.

TV Brenz 20:20 HSG Oberkochen/Königsbronn

HSG: Ehresmann, Stanke, Richardon(1), Eckardt, Rube(1), Hug(4), Ludwig(3), Beimert(1), Engel, Pössnecker(1), Trittler(8/6), Schoen, Schmied, Grohsler(1)

7-Meter: HSG: 6/6 TV Brenz: 6/5

2-Minuten-Strafen: HSG: 6 (Richardon, Rube, Beimert, Schmied, Engel 2) TV Brenz: 4

Rote Karte: TV Brenz: Rettenberger (3 x 2-Minuten)

Schiedsrichter: Rau/Trägerk (beide Heidenheimer SB)

Zuschauer: 150